Gemüse für Kinder kann im Alltag manchmal eine Herausforderung sein. Während einige Kinder Tomaten, Gurken oder Karotten gerne essen, werden Brokkoli, Spinat oder andere Gemüse zunächst skeptisch betrachtet.
Dabei geht es nicht darum, Gemüse möglichst geschickt zu verstecken. Viel hilfreicher kann es sein, verschiedene Gemüsearten, Zubereitungen, Formen und Geschmacksrichtungen auszuprobieren und Kindern Gelegenheit zu geben, Gemüse kennenzulernen.
Denn Gemüse schmeckt nicht immer gleich. Eine rohe Karotte ist knackig und frisch, während sie aus dem Ofen weicher und süßlicher schmeckt. Brokkoli verändert sich ebenfalls deutlich, je nachdem, ob er gedämpft, gekocht oder geröstet wird.
Die wichtigste Grundregel lautet:
Nicht nur das Gemüse entscheidet – sondern auch, wie es zubereitet und angeboten wird.
Welches Gemüse eignet sich für Kinder?
Grundsätzlich können Kinder viele verschiedene Gemüsearten kennenlernen. Besonders unkompliziert sind häufig Gemüse mit mildem oder leicht süßlichem Geschmack.
Dazu gehören beispielsweise:
- Karotten
- Gurken
- Tomaten
- Paprika
- Zucchini
- Kürbis
- Erbsen
- Mais
- Süßkartoffeln
- Brokkoli
Welche Gemüse tatsächlich gut ankommen, ist jedoch individuell.
Ein Kind mag vielleicht rohe Paprika, aber keine gegarte. Ein anderes bevorzugt Brokkoli aus dem Ofen gegenüber gekochtem Brokkoli.
Deshalb lohnt es sich, eine Gemüseart nicht nach einem einzigen Versuch grundsätzlich auszuschließen.
Gemüse unterschiedlich zubereiten
Die Zubereitung verändert Geschmack, Geruch und Textur erheblich.
Rohe Karotten sind fest und knackig. Beim Garen werden sie weicher und ihre natürliche Süße kann deutlicher hervortreten.
Ähnlich verhält es sich mit Paprika, Kürbis oder Süßkartoffeln.
Auch Röstaromen können Gemüse völlig verändern. Brokkoli aus dem Ofen schmeckt beispielsweise anders als weich gekochter Brokkoli.
Interessante Zubereitungsarten sind:
- roh
- gedämpft
- gekocht
- gebraten
- aus dem Ofen
- gegrillt
Damit lässt sich herausfinden, welche Variante eines Gemüses besonders gut gefällt.
Rohes Gemüse für Kinder
Rohes Gemüse kann durch seine knackige Textur interessant sein.
Gurken, Paprika, Tomaten oder Karotten lassen sich beispielsweise als Rohkost anbieten, sofern sie altersgerecht vorbereitet werden.
Dabei ist besonders bei kleinen Kindern auf Form, Größe und Konsistenz zu achten, um das Verschluckungsrisiko zu reduzieren. Harte oder runde Lebensmittel müssen gegebenenfalls entsprechend geschnitten oder gegart werden.
Rohkost lässt sich außerdem gut mit anderen Komponenten kombinieren.
Verschiedene Gemüsestücke auf einem Teller ermöglichen es, unterschiedliche Farben und Geschmäcker auszuprobieren.
Gemüse aus dem Ofen
Ofengemüse ist eine weitere Möglichkeit, Gemüse geschmacklich interessanter zu machen.
Besonders geeignet sind beispielsweise:
Karotten, Kürbis, Süßkartoffeln, Zucchini, Paprika oder Blumenkohl.
Durch das Rösten verändert sich der Geschmack. Natürliche Süße kann deutlicher hervortreten und leichte Röstaromen entstehen.
Das Gemüse sollte dabei nicht unnötig stark gewürzt werden.
Ein wenig Öl und eine zurückhaltende Würzung reichen häufig aus, damit der Eigengeschmack erhalten bleibt.
Gemüse in der Pfanne
Auch eine Gemüsepfanne kann Kindern verschiedene Gemüsearten näherbringen.
Zucchini, Paprika, Erbsen oder kleine Brokkoliröschen lassen sich beispielsweise miteinander kombinieren.
Dabei sollten die unterschiedlichen Garzeiten berücksichtigt werden.
Festere Gemüse kommen zuerst in die Pfanne, schnell garende später.
Es kann außerdem sinnvoll sein, nicht zu viele unterschiedliche Gemüse gleichzeitig zu kombinieren. So bleiben einzelne Geschmäcker erkennbar und Kinder können leichter feststellen, welches Gemüse ihnen gefällt.
Muss man Gemüse für Kinder verstecken?
Gemüse in Saucen, Suppen oder anderen Gerichten zu pürieren kann praktisch sein und gehört selbstverständlich zu vielen normalen Rezepten.
Es sollte aber nicht die einzige Möglichkeit sein, Gemüse anzubieten.
Wenn Gemüse ausschließlich versteckt wird, lernen Kinder Aussehen, Geschmack und Textur der einzelnen Gemüsearten weniger kennen.
Interessanter kann eine Kombination sein:
Eine Tomatensauce enthält Gemüse – gleichzeitig liegen beispielsweise einige sichtbare Gemüsekomponenten auf dem Teller.
So bleibt Gemüse als Lebensmittel erkennbar.
Kinder beim Kochen beteiligen
Gemüse beginnt nicht erst auf dem Teller.
Schon Einkauf und Vorbereitung können dazu beitragen, unterschiedliche Gemüse kennenzulernen.
Kinder können je nach Alter beispielsweise:
- Gemüse auswählen
- Gemüse waschen
- Blätter abzupfen
- Zutaten sortieren
- beim Anrichten helfen
- Kräuter auswählen
Dadurch wird aus einem unbekannten Gemüse ein Lebensmittel, mit dem man sich bereits beschäftigt hat.
Auch unterschiedliche Farben können genutzt werden.
Rote Tomaten, orange Karotten, gelbe Paprika und grüner Brokkoli machen sichtbar, wie vielfältig Gemüse sein kann.
Mild würzen statt geschmacklos servieren
Kindgerechtes Gemüse muss nicht völlig ungewürzt sein.
Kräuter und milde Gewürze können den Geschmack unterstützen.
Zu Karotten passen beispielsweise Petersilie oder milde Kräuter. Tomaten harmonieren mit Basilikum, während Kartoffeln oder Ofengemüse mit unterschiedlichen Kräutern kombiniert werden können.
Sehr intensive Schärfe sollte insbesondere bei jüngeren Kindern entsprechend vorsichtig eingesetzt werden.
Entscheidend ist, Gemüse nicht unter einer starken Würzung verschwinden zu lassen.
Kinder sollen das Gemüse schmecken können.
Gemüse mit vertrauten Lebensmitteln kombinieren
Neue Gemüsearten können zusammen mit bereits bekannten Lebensmitteln angeboten werden.
Beispiele sind:
Gemüse + Kartoffeln
Gemüse + Reis
Gemüse + Pasta
oder Gemüse als Beilage zu einem bekannten Hauptgericht.
Dadurch besteht nicht der gesamte Teller aus unbekannten Komponenten.
Auch mehrere Gemüse müssen nicht gleichzeitig neu eingeführt werden. Eine einzelne neue Sorte neben vertrauten Lebensmitteln kann bereits ausreichen.
Wenn ein Gemüse nicht schmeckt
Ein abgelehntes Gemüse muss nicht dauerhaft vom Speiseplan verschwinden.
Geschmacksvorlieben können sich entwickeln und verändern.
Außerdem kann dieselbe Gemüseart unterschiedlich wahrgenommen werden, wenn sich Zubereitung oder Textur verändern.
Aus einer abgelehnten gekochten Karotte kann beispielsweise eine gern gegessene Ofenkarotte werden.
Druck oder Zwang sind dabei wenig hilfreich. Sinnvoller ist es, verschiedene Gemüse immer wieder in unterschiedlichen Formen anzubieten und Auswahl zu ermöglichen.
Gemüse attraktiv anrichten
Auch die Optik spielt beim Essen eine Rolle.
Unterschiedliche Farben und Formen können einen Gemüseteller interessanter machen.
Dafür braucht es keine komplizierten Figuren.
Bereits verschiedenfarbige Gemüse, kleine Portionen und eine übersichtliche Anordnung können dafür sorgen, dass einzelne Zutaten leichter erkennbar sind.
Gerade beim Kennenlernen neuer Gemüse kann weniger manchmal mehr sein.
Eine kleine Portion wirkt möglicherweise zugänglicher als ein Teller, der fast vollständig mit einem unbekannten Gemüse gefüllt ist.
Mehr Wissen rund um Gemüse
Wenn du Auswahl und Zubereitung vertiefen möchtest, findest du in unseren Gemüse-Ratgebern weitere Informationen:
- Der große Gemüse-Ratgeber → – Auswahl, Lagerung, Vorbereitung und Zubereitung
- Welches Gemüse kann man roh essen? → – Gemüse für Rohkost und kalte Gerichte
- Gemüse richtig zubereiten → – Geschmack, Textur und Garzeit
- Gemüse richtig würzen → – Gewürze, Kräuter und der richtige Zeitpunkt
- Welche Kräuter passen zu Gemüse? → – passende Kräuter für verschiedene Gemüsearten
- Saisonales Gemüse→ – Gemüse passend zur Jahreszeit auswählen
Damit lässt sich von der Auswahl geeigneter Gemüse direkt zu Vorbereitung, Zubereitung und Geschmack weitergehen.
Fazit: Gemüse für Kinder
Gemüse für Kinder muss weder langweilig noch kompliziert sein.
Karotten, Gurken, Tomaten, Paprika, Zucchini, Kürbis, Erbsen oder Brokkoli bieten viele Möglichkeiten, unterschiedliche Geschmäcker und Texturen kennenzulernen.
Entscheidend kann sein, Gemüse verschieden zuzubereiten, sichtbar anzubieten und mit vertrauten Lebensmitteln zu kombinieren.
Auch gemeinsames Einkaufen und Kochen kann dabei helfen, Gemüse kennenzulernen.
Und wenn eine Sorte beim ersten Mal nicht begeistert, bedeutet das nicht, dass sie grundsätzlich nicht schmeckt.
Manchmal braucht es nicht ein anderes Gemüse – sondern nur eine andere Zubereitung.


